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Zucker in Getränken in Deutschland doppelt so hoch #fantagate

Am 17.05.2019 hat die Stiftung Warentest einen Artikel veröffentlich, aus dem hervorgeht, dass der Zucker in Getränken in Deutschland fast doppelt so hoch ist wie in Großbritannien. Den Grund dafür erfährst Du in diesem Artikel.

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Der Zuckergehalt in Softdrinks ist weltweit zu hoch. Das wissen die Hersteller, die WHO (Weltgesundheitsorganisation), die Regierung und zum Großteil auch die Konsumenten. Warum wird dann immer noch so viel Zucker verwendet? Und warum enthält das gleiche Getränk in einem Europäischen Land fast doppelt so viel Zucker wie in einem anderen?

Zucker in Getränken sehr unterschiedlich #fantagate

Die Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass Fanta in Deutschland 45,5g Zucker pro 500ml enthält. In Frankreich sind es 32,5g und in Großbritannien sind es “nur” 23g. Es handelt sich hierbei nicht um eine andere Sorte, wie etwa “Fanta light”, sondern bezieht sich auf die Standard-Sorte. Sprite enthält in Deutschland übrigens ebenso 45,5g Zucker, in Großbritannien allerdings nur 16,5g. Die Zuckerwerte in Frankreich und Portugal bewegen sich in den meisten Fällen dazwischen.

Softdrinks in Österreich

Wieviel Zucker in Getränken in Österreich zu finden ist, wurde leider nicht getestet. Aber wir haben natürlich Feldforschung auf höchstem Niveau für Dich betrieben und haben im Supermarkt nachgesehen. Laut Nährwertangaben des in einer bekannten Österreichischen Lebensmitteleinzelhandels-Kette erhältlichen Fantas, beträgt der Zuckergehalt pro 100ml 10,3g, das wären auf 500ml sogar 51,5g. Also sogar mehr als in Deutschland!

Bei Sprite sieht die Sache anscheinend komplett anders aus. Wir konnten im Österreichischen Sortiment lediglich die 2017 überarbeitete Rezeptur finden, welche neben Zucker vor allem Süßstoffe enthält und pro 100ml 1,9g Zucker enthält(1), das sind 9,5g pro 500ml. In Deutschland dürfte die alte Rezeptur verwendet werden(2), welche wie gesagt 45,5g Zucker enthält.

Warum in Deutschland die Sprite-Variante mit mehr Zucker und in Österreich jene mit weniger im Sortiment ist, bleibt rätselhaft. Noch mysteriöser wird es wenn man bedenkt, dass es bei Fanta genau umgekehrt ist… Wir haben im Netz keine Antworten gefunden aber bitte teilt uns in den Kommentaren mit wenn Ihr eine Theorie habt.

Zuckeranteil gleichbleibend hoch

Aber zurück zum Test: Cola und Pepsi fügen ihren Original-Sorten in allen Ländern gleich viel Zucker zu. Die Firmen rechtfertigen den hohen Zuckergehalt von 53g pro 500ml Cola und 54g pro 500ml Pepsi mit dem breiten Alternativ-Sortiment an Light-Produkten.

Warum unterscheidet sich nun der Zuckergehalt in Getränken?

Der Unterschied des Zuckeranteil in Softdrinks Europas und Großbritanniens liegt vermutlich an der 2018 in Großbritannien eingeführten Zuckersteuer. Jedes Getränk, welches pro 100ml mehr als 5g Zucker enthält, muss eine Abgabe von 21 Cent leisten. Die Konsequenz ist allerdings das Verwenden von chemischen Süßstoffen, denen ebenfalls gesundheitlich bedenkliche Wirkungen nachgesagt werden.

Zucker in Getränken – wieviel ist gesund?

Laut WHO liegt der empfohlene Zuckerkonsum für einen erwachsenen Menschen durchschnittlich bei 50g pro Tag. Dazu gehört raffinierter Zucker und auch Zucker, welcher natürlich in Lebensmitteln vorkommt, etwa in Obst (Fruktose). Unserer Meinung nach ist selbst dieser Wert zu hoch angesetzt, da sich die WHO hierbei dem Anschein nach nur an Einfachzuckern orientiert, aber die gesamte Anzahl der Kohlenhydrate berücksichtigt werden sollte.

Generell gilt, dass der Konsum von Softdrinks mit Vorsicht zu behandeln ist. Sie sättigen nicht und man nimmt dadurch unnötige Kalorien zu sich. Außerdem führen sie zu einen Blutzuckeranstieg und in weiterer Folge zu Heißhunger. Noch dazu sind sie schlecht für die Zähne und enthalten neben Zucker und/oder chemischen Süßstoffen auch andere unnatürliche Inhaltsstoffe.

Wenn Dich der Guster auf Softdrinks packt, dann ist unserer Meinung nach die Light-Variante die besser Wahl, allerdings sollte auch diese nur in Maßen getrunken werden.


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